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Frühlingserwachen am internationalen Tag des Waldes

Der internationale Tag des Waldes vom 21. März steht dieses Jahr unter dem Motto „Wald und Bildung“. Der Schweizer Wald ist ein hervorragender Lernort – nicht nur für Kinder. Wer auf dem Waldspaziergang Augen und Ohren offen hält, kann vieles entdecken. Die Waldschutzorganisation PEFC erklärt, was es gerade jetzt im Frühling alles zu erkunden gibt.

Die Schweizer Wälder sind wahre Schatztruhen. Dies wird im Frühling besonders eindrücklich erlebbar, wenn die Natur zu neuem Leben erwacht. Dank nachhaltiger Bewirtschaftung ist der Wald ein weitgehend intaktes Ökosystem. Dafür setzt sich die Waldschutzorganisation PEFC Schweiz ein. Sie stellt strenge Regeln auf, wie die Menschen zum Erhalt des Waldes aktiv beitragen können; insbesondere durch eine besonders schonende Bewirtschaftung. Das ausgeklügelte Regelwerk wird von Unabhängigen kontrolliert. Rund ein Drittel der Schweizer Wälder werden bereits nach PEFC-Standards bewirtschaftet.

12 Tipps für einen lehrreichen Frühlingsspaziergang:

1. Wer seinen Spaziergang ausserhalb des Waldes beginnt, kann auf den Baum des Jahres, die Flatterulme, den Vogel des Jahres, die Feldlerche, und auf das Wildtier des Jahres, das Reh, treffen.

2. Was brummt denn da? Steigen die Temperaturen, gehören Hummeln zu den ersten Luftakrobaten an Waldrändern und auf Lichtungen. Den Winter haben sie im Boden in bis zu 30 Zentimetern Tiefe verbracht. Auch (Wild-)Bienen suchen jetzt an Weiden und Haselsträuchern Pollen.

3. Wenn es im Wald blauviolett blüht, sind das Leberblümchen. Sie verzaubern die Wälder seit Millionen von Jahren – sie sind acht Mal älter als die Menschheit.

4. Viele Wildkräuter kann man essen, darunter Bärlauch, Brennnessel und Löwenzahn. Für die eigene Mahlzeit darf man sie (ausser in Schutzgebieten) auch pflücken. Aber Vorsicht: Wegen der Verwechslungs- und Vergiftungsgefahr sind gute Kenntnisse erforderlich!

5. Überall im Wald keimen jetzt Samen auf – oftmals weit entfernt von den Bäumen, von denen sie im Herbst gefallen sind. Seine natürliche Verjüngung verdankt der Wald unter anderem dem Eichhörnchen und anderen Vorratssammlern, die nicht alle Winterreserven wiedergefunden haben.

6. Als einer der ersten Laubbäume zeigt hierzulande die Birke ihr Frühlingskleid. Sie ist auch bei der Wiederbewaldung von Brachflächen die erste und bereitet anderen Baumarten den Weg.

7. Bis zu einer Million weisse Blüten könnte man, wenn man die Musse hätte, an wilden Kirschbäumen im Wald zählen. Sie ziehen viele Insekten an, darunter die Maikäfer.

8. Die Lärche wird nun langsam wieder „komplett„ – als einziger heimischer Nadelbaum hatte sie im Winter ihre Nadeln abgeworfen.

9. Wenn’s im Frühlingswald fiept, flitzen Mäuse durchs Unterholz. Oder doch nicht? Waldspitzmäuse sind gar keine echten Mäuse. Wie Maulwurf und Igel gehören sie zur Ordnung der Insektenfresser.

10. Meist unauffällig bauen mehr als 100 Brutvogelarten ihre Nester und Höhlen in den Bäumen. Manche aber machen dabei zumindest akustisch auf sich aufmerksam, allen voran Bunt- und Schwarzspecht. Sie lieben abgestorbene Bäume, die von Käfern und Maden besiedelt werden. In PEFC-Wäldern sind solche „Biotopbäume„ fester Bestandteil des Ökosystems.

11. Manche Insekten allerdings stellen sowohl den Wald als auch die Spaziergänger vor Probleme. Eine besondere Gefahr geht mancherorts von Eichen- und Kiefernprozessionsspinnern aus. Eine einzige gefräßige Raupe besitzt bis zu 600‘000 Gifthaare mit Widerhaken, die sie „abfeuern„ kann. Von Gespinstnestern daher lieber fernbleiben!

12. In einem nachhaltig bewirtschafteten Wald gehören sie zum Erscheinungsbild: die Holzpolter. Klettern ist darauf untersagt. Stattdessen lassen sich in ihrem Schutze Erdkröten, Grasfrösche oder Blindschleichen beobachten.

Im Frühjahr gibt es im Wald viel zu entdecken (Foto: PEFC).